16 Tage vom Angriff zur Insolvenz: Der Fall Eu-Rec

Teil unserer Serie über Ransomware-Insolvenzen im deutschen Mittelstand – aus aktuellem Anlass des Falls ZEGO.

Am 7. April 2025 um 7:12 Uhr morgens entdeckte die Eu-Rec GmbH aus Hermeskeil bei Trier, dass ihre IT-Systeme vollständig lahmgelegt waren. Das Recyclingunternehmen – rund 50 Beschäftigte, spezialisiert auf die Verwertung von Kunststoffen und Altpapier – war Ziel eines massiven Ransomware-Angriffs geworden. Die Täter forderten Lösegeld und hatten zudem Daten von etwa 200 Kunden abgegriffen: Kontaktdaten, Ansprechpartner, Bankverbindungen.

Das Unternehmen reagierte schnell – Passwörter wurden zurückgesetzt, Datenbestände neu verschlüsselt und gesichert. Trotzdem: Ohne funktionierende IT konnten keine Aufträge abgewickelt werden. Am 23. April 2025, gerade einmal 16 Tage nach dem Angriff, stellte Eu-Rec beim Amtsgericht Trier den Insolvenzantrag.

Der Angriff als letzter Stoß

Eu-Rec war – wie viele Betriebe in dieser Serie – schon vorher unter Druck: schwankender Auftragseingang, gestiegene Energiekosten, schwache Konjunktur. Der Cyberangriff war nicht die alleinige Ursache, aber der entscheidende Schlag. Das ist das wiederkehrende Muster dieser Fälle: Ein Unternehmen ohne Reserven hat auch keine Reserven für einen Cybervorfall. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ist IT-Sicherheit deshalb kein verschiebbares Komfortthema, sondern Teil der Existenzsicherung.

Was Sie aus dem Fall Eu-Rec mitnehmen sollten

  • Datenabfluss kommt obendrauf. Neben dem Stillstand standen bei Eu-Rec die Bankdaten von 200 Kunden im Feuer – mit allen Melde- und Haftungsfolgen der DSGVO. Wer Kundendaten hält, haftet für deren Schutz.
  • Schnelle Reaktion ersetzt keine Prävention. Eu-Rec hat nach der Entdeckung vieles richtig gemacht – da war der Schaden aber schon entstanden. Der wirksame Hebel sitzt davor: Firewall, Netzwerksegmentierung, gepflegte Systeme (Schutz vor Ransomware).
  • Notfallplan in der Schublade. Wer am Tag X erst überlegt, wer was tut, verliert genau die Tage, die über Weiterbetrieb oder Amtsgericht entscheiden.

Wie gut würde Ihr Unternehmen einen solchen Angriff überstehen?

Kein Schutzkonzept macht einen Angriff unmöglich – aber es entscheidet darüber, ob Ihr Betrieb nach Tagen wieder arbeitet oder nach Wochen beim Amtsgericht sitzt. Wir sichern kleine und mittlere Unternehmen im Rheingau ab: von der Firewall über Endpoint-Schutz bis zur getesteten Datensicherung. Was ein mehrschichtiges Schutzkonzept ausmacht, lesen Sie auf unserer Seite Schutz vor Ransomware – oder Sie sprechen direkt mit uns.

Quellen: it-daily

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